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Ein Blick auf das Vulkanplateau um Aristarchus

Hell leuchtend fällt der kleine Krater Aristarchus selbst bei Vollmond sofort ins Auge. Seine Helligkeit und sein guter Erhaltungszustand zeigen, dass der Krater vergleichsweise jung ist, auf nur 450 Millionen Jahren wird sein Alter geschätzt. Neben ihm befindet sich der viel flachere – weil mit Lava gefüllte – Krater Herodotus, die gemeinsam die südliche Begrenzung eines riesigen Vulkanplateaus bilden. Das gesamte, sich grob viereckig abhebende Gebiet darüber ist an den Seiten etwa 160 Kilometer lang und vulkanisch geprägt. Es besteht aus einer mit pyroklastischer Asche und Lava bedeckten Gesteinsscholle, welche die umgebende Ebene des Oceanus Procellarum überragt.

Die Lava stieg dort vor nur drei Milliarden Jahren aus dem Mondinnern auf. Sie ist rötlicher als das sie umgebende Gestein und weist auf offenbar eisenreiches Material hin, das bei der vulkanischer Aktivität darauf ausgestoßen wurde. Zudem scheint die Ascheschicht einen merklichen Anteil von feinster Glasperlen zu enthalten. Diese entstanden, als Feuerfontänen geschmolzenes Gestein hoch über die Oberfläche schleuderten. In der Kälte des dortigen Vakuums zersprühte das Gestein in winzige Tropfen, die abgekühlt als Glasperlen zurück auf den Mond fielen. Spektroskopische Untersuchungen zeigen, dass die Region zudem an Gesteinen mit hohem Kalzium- und Feldspatgehalt reich ist.

Die Spuren deuten auf mehrere vulkanische Zyklen hin. Die markanteste Struktur, beginnt rechts von Herodotus und schlängelt sich über das ganze Plateau hinweg. Sie wird ‚Schrötertal‘ genannt und ist möglicherweise ein eingestürzter Lavatunnel und/oder ein alter Lavastrom. Er beginnt am sogenannten Kobra-Kopf, der viele Spuren von Lavaflüssen zeigt. Zahlreiche Beobachtungen kurzzeitiger Aufhellungen, Verfärbungen oder Ausgasungen und radiologische Messungen, die auf Austritte des Gases Radon hindeuten, zeigen, das die Region noch Restvulkanismus in sich trägt.

Das vorliegende Bild der Aristarchus Region wurde mit dem großen Spiegeltelekop des Sternwarte Huchenfeld gewonnen.