Messier 92 (auch als NGC 6341 katalogisiert) ist ein heller und kompakter Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules – ganz in der Nähe seines viel berühmteren und größeren Nachbarn Messier 13. Der Haufen befindet sich 29.000 Lichtjahre von unserer Erde entfernt und enthält rund 330.000 Sonnenmassen, die sich über einen Durchmesser von 108 Lichtjahren erstrecken. Mit einem Alter von 13,8 Milliarden Jahren gehört er zu den ältesten bekannten Objekten überhaupt und entstand kurz nach dem Urknall. Dieses kosmische Fossil besitzt folglich eine sehr geringe Metallhäufigkeit von nur nur etwa 0,6 % der solaren Elementhäufigkeit. Die meisten seiner sichtbaren Sterne haben sich bereits zu Roten Riesen entwickelt.
Auf dem Bild gut erkennbar, hat Messier 92 eine extrem dichte Zentrumsregion. Diese konzentriert etwa die Hälfte der gesamten Energieabgabe innerhalb eines Raumes von nur 18 Lichtjahren Durchmesser. Astronomische Messungen erklären jedoch die Bewegung der Sterne im Kern ohne die Notwendigkeit eines zentralen Schwarzen Lochs. Damit liegt dort auch kein Kernkollaps vor. Bei einem Kernkollaps (wie bei Messier 30) wandern Sterne durch gravitative Wechselwirkungen massenhaft nach innen. Dort erzeugen sie eine extrem hohe, fast punktförmige Zentraldichte. M92 zeigt aktuell keine solches Bewegungsprofil seiner Sterne. Allerdings gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die wenigen schweren Elemente in seiner Kernregion aus Kernkollaps-Supernovae stammen. Diese explodierten kurz nach dem Urknall, als sich um diese superdichte Sternansammlung herum Messier 92 bildete.
Das vorliegende Bild wurde 30 Minuten lang am großen Spiegelteleskop der Sternwarte Huchenfeld mit der Faint-Object-Camera belichtet.
