Heute morgen gab es über Huchenfeld ein interessantes Wolken-Phänomen zu beobachten: Sogenannte „Rippel-Wolken“ (meteorologisch „Undulatus“-Wolken) entstehen durch Wellenbewegungen in der Atmosphäre, die durch das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Luftschichten oder durch Hindernisse am Boden ausgelöst werden. Als Ursache kommen hierfür zwei physikalische Wirkweisen in Frage:
Atmosphärische Schwerewellen in der Luft: Diese entstehen, wenn eine stabile Luftmasse auf ein Hindernis stößt – zum Beispiel ein Berg oder eine andere, dichtere Luftschicht. Hieran wird sie nach oben gedrückt und kühlt ab. Wird sie dabei dichter und schwerer als die Umgebungsluft, sinkt sie durch die Schwerkraft wieder nach unten. Dort erwärmt sie sich wieder, wird leichter und steigt erneut auf. So entsteht eine sichtbare Wellenbewegung in der Wolkenschicht.
Der zweite, für Wolken-Ripple in Frage kommende Effekt ist eine Windscherung. Bei diesem, auch als Kelvin-Helmholtz-Instabilität bezeichneten Phänomen, bewegen sich zwei übereinanderliegende Luftschichten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten oder in verschiedene Richtungen. Die Reibung an der Grenze der beiden Schichten versetzt die dortige Luft in Schwingung. Ganz gleich einem Wind, der über eine Wasseroberfläche bläst und dabei kleine Wellen (Rippeln) erzeugt, prägt der schnellere Wind hier die Oberkante der langsameren Luftschicht und erzeugt dort Wellenstrukturen in der Wolkenschicht.
Im vorliegenden Fall scheinen beide Ursachen möglich. Die leicht kreisförmige, auf die Biet-Region deutende Ausrichtung deutet auf Luftreibung an diesem Hochplateau hin. Zugleich lief diese wolkenreiche Luftschicht auf eine klare, und damit kältere, westliche Wolkenschicht auf, was auch eine Kelvin-Helmholtz-Instabilität bewirkt haben könnte. Allerdings wäre im letzteren Fall die Ausrichtung der Wellen nicht ganz schlüssig.

