Mit Arp 111 geht der Blick von der Sternwarte Huchenfeld aus dieses Mal in große Tiefen des Weltalls. In einer Entfernung von 356 Millionen Lichtjahren findet sich NGC 5421, eine Balkenspirale im Sternbild Jagdhunde. Sie steht dort in starker gravitationeller Wechselwirkung mit den Objekten PGC 49949 (auch als NGC 5421B oder UGC 8541 katalogisiert) sowie PGC 2039203 (MGC +06-31-046). Alle drei bilden das Galaxienarrangement Arp 111 nach dem Katalog, in dem der US-Astronom Halton Arp ungewöhnliche Galaxien nach rein morphologischen Kriterien gruppierte.
NGC 5421
Aus der Entfernung von NGC 5421 errechnet sich ihr wahrer Durchmesser zu bemerkenswerten 145.000 Lichtjahren – etwas größer als unsere heimatliche Milchstraße. Die stark gestörte 14,3 mag Größenklassen helle Spirale zeigt deutlich einen zentralen Balken und westlich einen recht breiten Spiralarm. Der östliche Spiralarm ist stark deformiert und von der Kernregion abgespreizt.
PGC 49949
Unmittelbar südlich der Spirale steht die elliptische Galaxie PGC 49949 – 15 mag Größenklassen hell. Aus der Rotverschiebung von z=0,0266 errechnet sich die Entfernung zu 366,3 Millionen Lichtjahren, damit steht PGC 49949 rund 10 Millionen Lichtjahre vor NGC 5421. Die Abmessungen von 0,98 mal 0,58 Bogenminuten ergeben einen wahren Durchmesser von 104.300 Lichtjahren für die Ellipse. Damit scheint ihre Gesamtmasse ausreichend, um die Störungen von NGC 5421 zu erklären.
MGC +06-31-046
Nur wenig südlich des optisch engen Galaxienpaars findet sich die Zwerggalaxie MGC +06-31-046, mit Anzeichen von Spiralarmen. Aus der Rotverschiebung von z=0,025742 ergibt sich eine wahre Entfernung von 354,5 Millionen Lichtjahren. Damit steht die Zwerggalaxie nur zwei Millionen Lichtjahre näher als NGC 5421. Ihre Helligkeit von 17 mag Größenklassen lässt schon darauf schließen, dass es sich hierbei um eine deutliche kleinere Galaxie handelt. Dies bestätigt auch aus den Abmessungen von 0,512 mal 0,323 Bogenminuten woraus sich eine wahre Größe von nur 52.900 Lichtjahren errechnet. Damit hat der Zwerg aber immer noch den dreifache Durchmesser der Großen Magellanschen Wolke, dem größten bekannten Begleiter der Milchstraße.
Das hier besprochene Bild wurde 60 Minuten mit der Faint-Objekt-Kamera am größten Teleskop der Sternwarte gewonnen.

