Die Balkenspirale NGC 4618 (auch als IC 3667 katalogisiert) ist als Arp 23 in Halton Arps Katalog ungewöhnlicher Galaxien gelistet. Dort ist sie in der Gruppe „Einarmiger Spiralgalaxien“ aufgeführt. Bei näherer Betrachtung könnten es sich allerdings auch um zwei eng anliegende Spiralarme handeln, die ganz klassisch an den beiden Enden des zentralen Balkens austreten. Durch die gravitative Wechselwirkung mit der räumlich benachbarten Galaxie NGC 4625 erscheinen die äußeren Kanten der Spiralarme aber aufgelöst und diffus. Zudem zeigt NGC 4618 Spuren einer starken, explosiven Stern-Neubildung, was ebenfalls eine typische Folge von Kollisionen ist. Mit IC 3668 und IC 3669 sind in NGC 4618 eine besonders große Sternassoziation sowie eine Gruppe von gleich vier leuchtenden H-II-Regionen sogar einzeln katalogisiert. NGC 4618 liegt 26 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und hat somit einen errechneten Durchmesser von 30.000 Lichtjahren – ein Viertel unserer heimatlichen Milchstraße.
Gemeinsam mit der darüber liegenden, gleichfalls deformierten Galaxie NGC 4625 (=IC 3675) bildet sie das interagierende Galaxienpaar Holm 438. Diese starken Deformierungen deuten auf eine noch anhaltende Wechselwirkung beider Spiralnebel hin. NGC 4625 ist ebenfalls eine Balken-Spiralgalaxie und liegt mit schätzungsweise 30 Millionen Lichtjahren nur wenig weiter in den Tiefen des Weltalls. Der innere, helle Bereich hat einen Durchmesser von nur 15.000 Lichtjahren. Auf tiefer belichteten Aufnahmen werden schwache Spiralarme (oder Spiralarmreste, beziehungsweise Gezeitenströme) sichtbar, die wesentlich weiter in das All hinausragen. Diese mit eingerechnet, scheint NGC 4525 sogar etwas größer als NGC 4618 zu sein. Auch ihr sehr ungewöhnliches Erscheinungsbild ist damit ein Zeichen zurückliegender, starker Wechselwirkungen mit NGC 4625.
In einer Nacht mit besonders ruhiger Luft konnten bei einem zweiten fotografischen Besuch nach 2025 Bilder mit noch höherer Detailauflösung am großen Teleskop der Sternwarte Huchenfeld gewonnen werden. Insgesamt 70 Minuten lang wurde hierzu mit der Faint-Object-Kamera belichtet.

